Hinweis
Laut geltendem med. Recht darf kein "normaler" Honig (auch kein Bio-Honig) für die Wundversorgung verwendet werden.
Lebensmittel und Nahrungsergänzungs-mittel dürfen gesetzlich nicht für medi-zinische Zwecke eingesetzt werden.
Medizinischer Honig für die Wundver-sorgung muss spezielle Kriterien bzgl. Reinheit, Wirkung, biologische Sicherheit etc. erfüllen und wird, wie auch andere moderne Wundversorgungsmittel, auf diese Parameter streng überprüft.
Außerdem muss er sterilisiert sein. Erst wenn all die geforderten Maßstäbe erfüllt sind, kann medizinischer Honig für die Wundversorgung zugelassen werden, was mit dem CE-Gütesiegel manifestiert wird.
Solche Produkte sind nur über die Apotheke oder den medizinischen Fach-handel zu beziehen.
Medihoney - eine heile Welt bei Wunden für die ganze Familie
Was ist der Unterschied zwischen dem medizinischen Honig und dem Wundgel?
Der medizinische Honig besteht zu 100% aus der reinen Honigmischung (Medihoney™ Antibakterieller Honig). Das Wundgel besteht zu 80% aus dieser Honigmischung und zu 20% aus pflanzlichen Verdickungsmitteln, welche dem Produkt den salbenartigen Charakter verleihen, sodass es nicht verläuft. In ihrer Effizienz sind beide Produkte ähnlich.

Wann wird welches der beiden Produkte angewendet?
Der medizinische Honig eignet sich prinzipiell für alle Wundtypen. Von besonderem Vorteil ist er bei der Versorgung von schlecht zugänglichen Wunden wie z. B. Fisteln und Wundtaschen. Wenn appliziert, verläuft das Produkt sehr gut und erreicht jede Ritze, um dort seine Wirkung zu entfalten. Reste, welche beim Verbandwechsel und der Wundreinigung nicht weggespült werden können, werden vom Körper resorbiert.

Das Wundgel eignet sich sehr gut zur Pflege oberflächlicher Wunden und Wunden, deren Wundgrund gut zugänglich und zu reinigen ist. Die pflanzlichen Bestandteile bilden einen dünnen Schutzfilm auf der Wundoberfläche, welcher bei der Wundreinigung leicht abgespült werden kann.

Wieviel Medihoney™ muss auf die Wunde appliziert werden (aus Tuben)?
Die Produkte sollten ca. 2–3 mm dick auf die Wunde verteilt werden. Als Faustregel gilt: 1 20-g-Tube für eine Fläche von 100 cm2 (10 x 10 cm).

Wie wird Medihoney™ auf die Wunden appliziert (aus Tuben)?
Entweder direkt auf die Wunde, welche dann mit einer geeigneten Wundauflage abgedeckt wird, oder erst auf diese Wundauflage, welche dann auf die Wunde gelegt wird. Zusätzlich sollte eine Wundauflage gewählt werden, welche ein effizientes Exsudatmanagement gewährleistet.

Verklebt Medihoney™ nicht auf der Wunde?
Wenn die Produkte richtig und in ausreichender Menge appliziert werden und der Verband in vernünftigen Abständen gewechselt wird, verkleben die Produkte nicht mit der Wunde. Sollten die Wundauflagen verkleben, dann wurde entweder zu wenig Medihoney™ eingesetzt und/oder der Verband wurde zu lange auf der Wunde belassen.

Wie lange kann ich Medihoney™ auf der Wunde belassen?
In der Regel sollte zumindest am Anfang der Verband täglich gewechselt werden. Sollte sich herausstellen, dass noch genügend Produkt auf der Wunde ist, kann man den Verband auch einen zweiten oder gar dritten Tag auf der Wunde belassen. Längere Zeiträume werden in deutschen Kliniken normalerweise nicht angewendet, was auch sinnvoll ist. In anderen Ländern werden Wundauflagen bis zu 7 Tage auf der Wunde belassen.

Bei hoher Exsudationsrate (Bildung von viel Sekret) könnte es, abhängig von den verwendeten Wundauflagen, auch notwendig sein, häufiger als einmal täglich zu wechseln.

Wieso scheint die Exsudation am Anfang der Medihoney™ Anwendung manchmal erhöht zu sein?
Durch die hohe Zuckerkonzentration (hohes osmotisches Potenzial) wird Feuchtigkeit aus dem Wundgewebe entzogen. Da das Wundgewebe oft ödematös (aufgeschwemmt) ist, wird umso mehr entzogen, was sich dann in einer erhöhten Sekretion äußert. Durch diesen Prozess wird die überflüssige Flüssigkeit aus der Wunde entfernt, was sich positiv auf den Heilungsprozess auswirkt. Nach einigen Tagen geht die Exsudationsrate wieder zurück.

Für welche Wundtypen kann Medihoney™ verwendet werden?
Prinzipiell für alle Wundarten: (1) Akute Wunden wie Schnitte, Abschürfungen und chirurgische Wunden, um diese sauber zu halten, Infektionen vorzubeugen und die Heilung zu begünstigen. (2) Chronische Wunden wie Beinulzera und Dekubiti (Druckgeschwüre), um die Heilung zu stimulieren und die Wunde sauber und frei von Infektionen zu halten. (3) Infizierte Wunden, um zu helfen, die Infektion einzudämmen. (4) Kathetereintrittsstellen, um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden. (5) Verbrennungen und Verbrühungen, um die Wunde zu säubern, Infektionen und Ödeme zu vermeiden und Schmerzen zu lindern.

Kann Medihoney™ unter Kompressionsbandagen verwendet werden?
Ja. Auf die Wunde mit dem Medihoney™ sollte eine nicht-adhärente Wundauflage und darüber eine geeignete Auflage fürs Exsudatmanagement verwendet werden, bevor der Kompressionsverband angelegt wird.

Wie lange kann eine einmal geöffnete Tube verwendet werden?
4 Monate.

Kann Medihoney™ auch für Diabetiker verwendet werden?
Ja. Bisher wurde noch kein nennenswerter Anstieg des Blutzuckerspiegels durch die Pflege mit Medihoney™ beobachtet, auch nicht bei der Pflege großer Wunden. Dennoch empfiehlt der Hersteller, den Blutzuckerspiegel stets im Auge zu behalten.

Kann Medihoney™ auch bei Kindern angewendet warden?
Als Naturprodukt kann Medihoney™ bei Kindern und Erwachsenen allen Alters angewendet werden.

Zieht eine mit Medihoney verbundene Wunde keine Insekten an?
Wenn die Wunde adäquat verbunden ist, ist dies nicht der Fall.

Kann Medihoney™ vor der Applikation auch verdünnt werden?
Davon wird abgeraten, da das Produkt ansonsten zu schnell in die Wundauflagen gespült wird und seine Wirkung nicht mehr richtig entfalten kann; von der Beimischung weiterer Substanzen sollte ebenso abgesehen werden.

Gibt es bekannte Nebeneffekte?
In seltenen Fällen wird von einem Brennen berichtet, welches dann i. d. R. nach einer kurzen Zeit vergeht. Manchmal persistiert der Schmerz allerdings und in solchen Fällen hängt es vom Patienten ab, ob er den Schmerz ertragen kann oder lieber ein anderes Produkt verwenden möchte. In solch einem Fall ist die Wunde vorher zu reinigen.

Der Schmerz, falls er denn auftritt, kommt wahrscheinlich durch die saure Natur (pH ~ 3,6) des Produkts zustande und/oder durch die hohe Zuckerkonzentration, welche Feuchtigkeit aus dem Wundgewebe „saugt“. Er ist nach allen Erfahrungen allerdings nicht als gefährlich oder nachteilig für den Heilungsprozess zu bewerten. Sollte der Schmerz unter Verwendung des medizinischen Honigs aufgetreten sein, hilft manchmal ein Wechsel zum Wundgel.

Kann man Medihoney™ auch bei inneren Infektionen oder zur Stimulierung des Immunsystems
einnehmen?
Die Medihoney™ Produkte sind für die äußerliche Anwendung vorgesehen. Trotz der intrinsischen antibakteriellen Aktivität eignen sich diese Produkte nicht zur Bekämpfung innerer Infektionen und Krankheiten wie Darmbeschwerden, Bronchitis, grippale Infekte und allgemeine Erkältungen oder zur Entschlackung des Körpers. Für solche Zwecke ist ein Arzt aufzusuchen und es sollten ausschließlich explizit dafür vorgesehene Produkte verwendet werden.

Wann sollte man Medihoney™ nicht verwenden?
Um ganz sicher zu gehen, sollte man auf die Anwendung von Medihoney™ dann verzichten, wenn eine bekannte Unverträglichkeit auf Honig oder Bienenprodukte vorherrscht.

Bienengift-Allergiker können Medihoney™ allerdings verwenden, da die bekannten Allergene im Gift nicht im Honig zu finden sind.

Kann man nicht einen Honig aus dem (Super)Markt verwenden?
Produkte aus dem Supermarkt (auch Bioprodukte) sind Lebensmittel und dürfen per Gesetz aus gutem Grund nicht für medizinische Zwecke verwendet werden. Die Qualitätsmerkmale der verwendeten Honige sowie die Qualitätsstandards bei der Herstellung medizinischer Honige sind wesentlich höher als für Lebensmittel und die medizinischen Produkte müssen im Gegensatz zu Lebensmitteln auch sterilisiert werden. Weiterhin werden nicht alle Mittel als Medizinprodukte zugelassen, da strenge Vorgaben erfüllt werden müssen. Medizinprodukte sind CE-gekennzeichnet und nur solche Produkte sollten für die Wundpflege verwendet werden.